Maler und Zeichner

Am 28. Mai 1962 erblickte ich im schönen Lüneburg das Licht der Welt. Mit einer Geburtsgröße von 61 cm war ich das bis dato längste Neugeborene Lüneburgs seit 100 Jahren, was meinen Eltern – speziell meiner Mutter - nicht nur große Bewunderung, sondern auch eine „Siegesprämie“ von 100 DM einbrachte. Damals viel Geld! Drei Jahre später zogen meine Eltern nach Köln-Stammheim. Ich war ein kränkliches Kind. Vom Schulsport durch eine schwere Ohrenerkrankung befreit, vom Chorsingen aufgrund meiner atonalen Stimme ebenfalls freigestellt, widmete ich mich schon früh der Malerei. Oft zog ich mich in mein Kinderzimmer zurück, malte mich stundenlang in meine eigene Bilderwelt, die mir viel Kraft gab. Bald fand ich für diese wunderbare Art der Katharsis einen Namen: „raldy“. War ich „raldy“, war das ein untrügliches Zeichen für meine Eltern und meine jüngere Schwester, dass ich gerade malend und zeichnend seelischen Atem schöpfte, um danach gestärkt ins Familienleben zurückzukehren. Die Malerei blieb meine Leidenschaft, mit 21 organisierte ich meine erste Ausstellung. Stetig Bilder produzierend lavierte ich mich irgendwie durch die Schule, arbeitete danach auf einem Bauernhof und als Maler und Lackierer, um mich schließlich im Studium der Freien Kunst an der FH Köln wieder zu finden. In meine eigene Bilderwelt vertieft gegen den allgemeinen „Kunstmainstream“ anmalend weigerte ich mich beharrlich, Akte und Stilleben zu produzieren. Erst mein Professor – Franz Dank – stoppte meinen unermüdlichen Malfluss, erteilte mir ein temporäres „Malverbot“, das ich im Himalaya verbrachte. Während meiner ausgedehnten Wanderungen beschloss ich, meine eigene Kunstrichtung, den „Raldymus“, zu gründen. Der „Raldysmus“, dem ich mein gesamtes künstlerisches Werk zuordne, schöpft seine ganze Kraft aus dem Unbewussten und gibt diesem eine äußere Form. Lange malte ich nach Beendigung meines Studiums im Verborgenen, bis ich 1997 mein Atelier im Ladenlokal an der Kölner Simon-Meister-Straße bezog. Dort stellte ich fest, dass der „Raldysmus“ das Unterbewusstsein meiner Mitmenschen anspricht. Ich hatte plötzlich viele Zaungäste, die durch die Atelierfenster die Entstehungsprozesse meiner Bilder verfolgten und mit mir und meinen Werken kommunizierten. Seitdem habe ich mich mehr und mehr geöffnet. Ich stelle im In- und Ausland aus, meine Bilder sind in öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden. Seit vielen Jahren gebe ich auch Malworkshops in Kindergärten, Schulen, Horten, Jugendtreffs, psychosozialen und psychiatrischen Einrichtungen, Krankenhäusern, Unternehmen, Kunsthallen und privaten Kunstakademien. Ganz besonders freut es mich, dass ich in den vergangenen Jahren meine Aktivitäten auf Wände und Hausfassaden im öffentlichen Raum ausdehnen und mit meinen raldystischen Malereien diversen Kölner Stadtvierteln ungewohnte Akzente und mehr Lebensqualität einhauchen konnte.